Frankatur-Collagen
Eine neue Briefmarken-Kunst

Ingo Althöfer; Mai 2017 bis März 2018

Der Begriff "Frankatur-Collage" ist neu und von mir eingeführt. Für eine Frankatur-Collage sollen folgende Bedingungen erfüllt sein:

1. Die Postsendung ist mit mehreren/etlichen Marken frankiert.
2. Die Frankatur-Summe passt exakt.
3. Das Umschlagbild insgesamt stellt etwas da, wobei idealerweise die verwendeten Briefmarken auch thematisch passen.
4. Die Postsendung ist wirklich gelaufen.


Im Laufe des letzten Jahres habe ich Frankatur-Collagen zu ganz verschiedenen Themen geschaffen. In einigen Fällen habe ich Freunde gebeten, mir die entsprechenden Poststücke zu senden.






In Deutschland gibt es, seit 2004 nach und nach herausgegeben, eine grosse Serie von Briefmarken mit Leuchtturm-Motiven. Die bisher verausgabten Nennwerte sind 45, 55, 58, 60, 62 und 70 Cent. Dabei gibt es zu den meisten Werten etliche Leuchttürme. Die Summe der obigen Werte ist 350. Das entspricht fast dem Betrag 370 Cent für einen deutschen Grossbrief ins Ausland. So habe ich durch einen abstrakten Leuchtturm ergänzt, bestehend aus zwei Fünfern und einem Zehner in der Mitte. Die einzelnen Marken sind auf dem Umschlag in einer stilisierten Deutschland-Anordnung: drei Nordsee-Türme, ein Turm auf Hiddensee (Dornbusch) vor Rügen als Repräsentant der Ostsee, einer am Bodensee (Lindau), und "natürlich" auch einer in Sachsen (Moritzburg). Der glückliche Empfänger des Briefes war mein Computerschach-Kumpel Chrilly Donninger in einem Land ohne Leuchttürme.






Diesen Brief bekam meine Frau. Die fünf sichtbaren Marken beschreiben als Melodie ihren Vornamen - mit einer kleinen "Delle", weil es den Ton "t" nicht gibt.






Den Brief in diesem Umschlag bekam ein lieber Freund zu seinem 60. Geburtstag. Wer die Zahl nicht erkennt, mag einfach die Briefmarken zählen und die Anzahl mit 3/2 multiplizieren. Der Frankaturbetrag ist 145 Cent. Die Dreier und Achter kommen je 13 Mal vor, die Zweier sogar 14 Mal. Übrigens: Die zentrale Poststelle 32 hat wirklich so intensiv gestempelt, dass alle 40 Marken klar entwertet sind. Respekt!






Die beiden aktuellen Briefmarken zu den Kult-Autos VW-Golf und Opel-Manta schreien wegen des ungewöhnlichen 90-Cent-Wertes geradezu nach einem künstlerischen Einsatz. Die Collage stellt dem Manta das Sternbild Grosser Wagen gegenüber.
Wer die Überfrankierung erkannt hat, ist ein guter Beobachter. "Schuld" ist Reinhold Wittig; er ist kein Philatelist und wollte durch die ergänzte 20-Cent-Marke ausdrücken, dass der entsprechende Stern in Wirklichkeit ein Doppelstern-System ist.






An einigen Poststellen bin ich bekannt wie ein bunter Hund, als der Typ, der immer gleich ganze Rollen von niedrig-wertigen Marken erwirbt. Mit dieser Collage, die die Anzahl verkaufter 5-Cent-Marken als Histogramm darstellt, mache ich mich über mich selbst lustig. Natürlich gehen meine Kaufzahlen nicht in die Millionen.






Meine Frau sah die Statistik-Collage und meinte sofort: das sieht ja fast wie die Hamburger Elbphilharmonie aus. Tatsächlich, sie hat nicht ganz unrecht.
Und weil ich sowieso einem Hamburger Freund, dem Multitalent und Erfinder des erstklassigen Brettspiels "Elphi", einen Brief zu schicken hatte, wurde das Elphi-Motiv genommen. Peter Lemcke (übrigens zweitgrösster Elphi-Fan, direkt nach mir) hat sich sehr über den Umschlag gefreut.






Jeder erkennt das Motiv: das Brandenburger Tor. Die Frankierung passt genau, und die eine Spezialmarke oben drauf soll andeuten, dass das Tor zu grossen Teilen aus Elbsandstein besteht.
Leider muss die Frankiermaschine ausgerastet sein. Jedenfalls hat sie den Umschlag massiv eingerissen.
Ein lieber Postmitarbeiter hat das Ganze behutsam eingetütet, so dass es als ein ganzes Teil bei mir ankam.





Arbeitskollege, Co-Autor und Philatelist PD Dr. Hartmut Menzer sandte von der BuGa 2017 in Berlin diesen hübschen Gruss.






Das ist jetzt eine Spezialität für die Weltraum-Philatelisten: eine Rakete, und zwar eine ganz besondere.
Der Rumpf besteht aus vielen 10-Cent-Marken mit der gelben Tulpe als Motiv. Jetzt muss man wissen, dass die gelbe Tulpe eines der Baikonur-Symbole ist. Immer im Frühjahr kommen die gelben Tulpen aus dem kasachischen Boden und betüpfeln die eigentlich unfruchtbare Landschaft. "Tulpe" war auch der von den Ingenieuren verwendete Spitzname für die Startplattform der Sojus-Rakete. Der Wellenstempel passt gut zu dem Problem der Vibrationen beim Raketenstart.

Empfänger meines Briefes war Diplom-Ingenieur Dieter Steinbrecher, in der Szene bekannt und geschätzt für seine ausführlichen und exakten Kataloge zur Weltraum-Philatelie.



Ergänzungen werden folgen, wenn ich mal wieder Ideen habe.


Auch einige abgefahrene Frankatur-Collagen sind entstanden. Zu denen geht es hier entlang.

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